Gorleben, 09.10.2011, 10.30 Uhr

Blockade mit Ankettaktion in Gorleben AktivistInnen der KURVE Wustrow sind angekettet und blockieren die Tore des Erkundungsbergwerks, um den Schichtwechsel zur Weitererkundung des
Salzstockes zu verhindern.

Seit 8 Uhr am heutigen Sonntagmorgen blockieren AtomkraftgegnerInnen alle sechs Tore des Erkundungsbergwerks in Gorleben mit Ankettaktionen und Sitzblockaden. Die AktivistInnen sind mit Stahlrohren an drei Tore angekettet und weitere drei Tore sind durch Sitzblockaden besetzt. Sie sind bester Stimmung, haben sich warm angezogen und wollen bis zum Mittag ausharren.

Ich stoppe die Erkundung mit meinem Körper und riskiere dabei meine körperliche Unversehrtheit, weil ich nicht verantworten kann, dass wir den nachfolgenden Generationen ein viel größeres Risiko aufbürden. Der Salzstock in Gorleben ist ungeeignet und die geplante Einlagerung von Atommüll würde unweigerlich viele Leben zerstören.“ erklärt ein Blockadeteilnehmer seine Motivation.

Die gewaltfreie Aktion zivilen Ungehorsams findet im Vorfeld der
Jahrestagung der KURVE Wustrow Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion statt. Diese steht unter dem Motto „Lesen und Blockieren“. Ulrike Laubenthal präsentiert um 12 Uhr vor dem Haupttor, den von ihr herausgegebenen Sammelband „Gewaltfreie Aktion“. Erfahrungen und Analysen. Das angehende Standardwerk belegt die politische Wirksamkeit der Gewaltfreien Aktion anhand vieler praktischer Beispiele aus unterschiedlichen Ländern und Epochen.

Ziviler, gewaltfreier Widerstand hat vielfach Geschichte geschrieben. Wir wollen und werden in Gorleben ein weiteres Kapitel hinzufügen.“ So erklärt Jochen Neumann, Geschäftsführer der KURVE Wustrow, zuversichtlich.

Die Aktion findet im Rahmen der Kampagne gorleben365 statt, die von der Initiative X-tausendmal quer gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft und der KURVE Wustrow Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion am 14. August 2011 gestartet wurde. Weitere Informationen unter: www.gorleben365.de

9. Oktober 2011

Bundesregierung entlarvt eigene Endlager-Politik als Show
Atomkraftgegner kündigen massenhaften Zivilen Ungehorsam gegen
Castor-Transport an.

Zum Festhalten Umweltminister Röttgens am Endlagerstandort Gorleben erklärt Luise Neumann-Cosel, Pressesprecherin von X-tausendmal quer:

„Die Bundesregierung entlarvt ihre eigene Endlager-Politik als pure Show. Indem Umweltminister Röttgen starrköpfig am völlig ungeeigneten Salzstock Gorleben festhält, wird deutlich, wie viel der Regierung an einer verantwortungsvollen Lösung des Atommüll-Problems gelegen ist: Nichts. Der Bevölkerung soll vorgegaukelt werden, man wolle die Endlager-Frage bestmöglich lösen, doch gleichzeitig ist die Regierung taub für sämtliche fachliche Bedenken gegen Gorleben.

Doch die Strategie der Regierung wird nicht aufgehen: Die Bevölkerung wird Röttgen nicht auf den Leim gehen, sondern die Schmierenkomödie um Gorleben durchschauen. Wenn in wenigen Wochen erneut Atommüll ins Wendland gebracht werden soll, wird es massenhaften Zivilen Ungehorsam gegen den Castor-Transport geben. Wir nehmen nicht hin, dass in Gorleben hochradioaktiver Atommüll vergraben werden soll. Und wir nehmen nicht hin, dass tagtäglich in den AKW weiterer Atommüll produziert wird, obwohl niemand weiß, wohin damit. Deswegen werden wir uns dem Castor-Transport mit einer großen, gewaltfreien Sitzblockade entschlossen widersetzen.“

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